Märchen in der Therapie - Die Kraft des Wandelns


Wozu Märchen?

Märchen sind vieles, vor allem aber auch gesammelte Lebenserfahrungen. Sie sind oft als "Heldenreisen" angelegt, die die dutzende verschiedene Möglichkeiten darstellen, wie wir als "Helden unseres Lebens" Gefahren, Herausforderungen, Nöte, Aufgaben, Defizite bewältigen. Märchen geben eine Vorstellung davon, wie das sog. Böse wirkt und wie wir erfolgreich mit ihm umgehen. Sie thematisieren allgemein menschliche Probleme wie Angst, Schuld, Scham, Krise, Gier, Geiz, Sucht, Hoffnungslosigkeit, Trauer, Wut, Trauma, Depression usw. sowie den jeweilig gegenteiligen erlösten Zustand. Die Sympathie des Märchens liegt beim jeweiligen Helden, der als "Dummling" seinen Lebensweg beginnt und seine lange Suchbewegung als König oder Königin meist nach einer königlichen Hochzeit mit Liebe, Glück, Frieden krönt.

Märchen können auf emotionaler Ebene heilsam wirken - und uns, richtig verstanden, den Kopf gerade rücken. Sie sind sowohl für Kinder als auch Erwachsene geeignet. Kindern liest man sie vor oder erzählt sie, sie verstehen sie meist intuitiv. Wenn bei Kindern Ängste auftauchen sollten, kann man diese gut in einem Gespräch auffangen. Erwachsenen liest man die Märchen vor oder erzählt sie und deutet sie im gemeinsamen Prozess. Denn die Sprache der Märchen ist eine symbolische und mehr oder weniger leicht zu verstehen.

Nach tiefenpsychologischen Ansatz nach C. G. Jung ermöglichen Märchen uns einen leichteren Zugang zu unseren Emotionen und inneren Bildern, die für Selbstwert und Identität prägend sind. Systemisch betrachtet öffnen sie die Sicht auf äußere Zusammenhänge, die mit inneren Mustern korrespondieren. Es ist kein Zufall, welches Märchen oder welche Geschichten wir in der Kindheit besonders mochten oder gerade mögen. Es sagt auch viel über uns aus, als welche Märchenfigur oder in welcher Märchensituation wir uns in einer aktuellen Gegebenheit wiedererkennen.

 

Märchen können hilfreich sein:

- für das Verständnis der eigenen Lebenssituation

- für Analyse und Selbsterkenntnis

- in Übergangsphasen und krisenhaft erlebten Situationen- für die Erfahrung der eigenen Ressourcen und Entwicklung neuer Strategien

- wenn kreative Prozesse ins Stocken geraten (bei Künstlern oder allgemein)

- wenn bestimmte Märchen - auf Kindheit oder in der Gegenwart - bedeutsam werden, einen noch immer beschäftigen ...

- wenn bestimmte, märchenähnliche Bilder in Träumen, in der Fantasie, im Gefühlserleben eine Rolle spielen

 

Märchen können hilfreich eingesetzt werden:

- in Einzeltherapie / Supervision (Mein Lieblingsmärchen, ein unklares oder bedeutsames Märchen aus meiner Kindheit, mein Lieblings-Märchenmotiv, eine Märchenfigur für mich ...)

- in Gruppenprozessen mit beratenden oder motivierenden Elementen (als Supervision, zur Entspannung, beides in Kombination ...)

- für kreative Prozesse (in Gruppen fast jeden Lebensalters, fast jeder Professur oder fast jeden Themas sind verschiedene Spielarten des Umgangs mit Märchen möglich - außer dem Lesen, Hören und Reden - wie zum Beispiel malen, in Ton gestalten, szenisch spielen ...

 

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