Fasten-Arten und Frühjahrsdiäten

Aschermittwoch bis Ostern sowie die Adventszeit sind in unserem Kulturkreis traditionelle Fastenzeiten. Vom Fasten ist viel zu hören und zu lesen – doch welche Fasten-Art ist die richtige für mich? Oder ist gar eine ausgewählte Frühjahrsdiät passender? Es ist wichtig, sich über das Fasten gut zu informieren. Aber noch wichtiger ist es, seine eigene Form zu finden, auszuprobieren und während des Prozesses oder für die Zukunft anzupassen. Dazu kommt: Was im vergangenen Jahr gut für mich war, muss in diesem nicht das richtige sein!

 

Essen und Nichtessen sind wie zwei Seiten der Medaille – wie Wachen und Schlafen, Spannung und Entspannung, Einatmen und Ausatmen. Physiologisch fasten wir jede Nacht oder durch Appetitlosigkeit bei Fieber. Richtig ist, dass Menschen und Tiere die angeborene Fähigkeit besitzen, Nahrungsenergie zu speichern und bei Bedarf auf die Speicher zurückzugreifen. Interessant ist auch, dass der Mensch seine Kraft nicht direkt aus der Nahrung bezieht. Nahrungsmittel in Energie umzuwandeln ist ein Aneignungs- und Umwandlungsprozess, wobei die Verdauung selbst einen Großteil der Energie verbraucht. In der Regel essen wir mehr, als der Körper benötigt. Wer kennt ihn nicht – den Heißhunger auf Süßes, Salziges, Hochverarbeitetes? Die Frage ist, wonach es uns tatsächlich verlangt? In unserer materiell eingestellten Welt kann das Verlangen nach Essen auch ein stellvertretendes Verlangen nach Zuwendung, Geborgenheit, Anerkennung sein.

 

Fasten – also der willentliche Verzicht auf Nahrung und die Aufnahme eines Minimums an Kalorien (es gibt auch reines Tee- oder Wasserfasten) – geht jedoch weiter als physiologisches Nichtessen. Der Körper schaltet in ein zweites „Energieverarbeitungs-„ sowie „Energiesparprogramm“, das sich nun aus den Reserven speist. Man kann auch sagen, es handelt sich um ein „Notprogramm“, das einen starken Reiz setzt. Eben dieser Reiz ist beim Heilfasten erwünscht. In diesem Sinne verwendet die Naturheilkunde das Fasten für eine Entgiftung des Körpers, eine Umstimmung und/oder ein Freisetzen der Selbstheilungskräfte.

 

Andere Vertreter der Naturheilkunde warnen jedoch vor dem „zu starken Reiz“. Sie fragen zu Recht, ob Fasten „natürlich“ ist. Die schlechte Nachricht ist, dass es gewiss keine einfache Antwort auf diese äußerst interessante Frage gibt. Die gute Nachricht ist, dass Sie für sich selbst sehr wohl herausfinden können, was „natürlich“ ist, ob und welche Fastenform zu Ihnen passt. Dazu möchte ich Ihnen Mut machen!

 

Wer mehr über die bewährten Arten des Fastens (Buchinger, F. X. Mayr, Are Waerland), gängige Formen von Diäten und Ernährungsprogrammen (ebenso), Voraussetzungen, Kontraindikationen, Beachtenswertes, Begleitprogramme, Darmreinigung (mit Irrigator oder Klistier) sowie all das, was Sie sich ohne großen Aufwand selbst Gutes tun können (Leberwickel, aufsteigendes Fußbad, Trockenbürsten) erfahren möchte, der kann hier das Workshop-Skript gegen eine Schutzgebühr anfordern.

 



Kursteilnehmer/innen berichten über ihre Fastenerfahrungen:

Ich habe die milde Ableitungsdiät nach F.X. Mayr für mich gewählt, weil diese Form des Fastens und Entsäuerns sich sehr gut in meinen Alltag integrieren ließ. Ich durfte 3 x täglich etwas (wenn auch weniger als sonst) essen und freute mich auf jede Mahlzeit! Zum Essen ließ ich mir viel Zeit und genoss jeden Bissen. Mein Körper gewöhnte sich sehr schnell an die Umstellung und war zwischendurch oft mit einer Tasse Tee zufrieden. Ich fühlte mich immer leichter und unbeschwerter. Chronische Schmerzen ließen nach. Ich bin immer noch begeistert, wie mein Körper reagiert hat! Vieles behalte ich auch nach Beendigung der Kur bei, wie z. B. wenig Naschkram, Gemüse und Kartoffeln stets zu dämpfen oder immer einen Löffel gutes Öl (z. B. Leinöl) ans Essen zu geben.

 


Seit mehreren Jahren faste ich regelmäßig für jeweils eine Woche. Begonnen hatte ich damals zum Entschlacken und Abnehmen nach der Lektüre des Buches „Wie neugeboren durch Fasten“ von Dr. med. Hellmut Lützner. Es macht mir keine Mühe und oft faste ich über die fünf angegebenen Tage hinaus. Dabei trinke ich nur Tee, Fastenbrühe und ab und zu leiste ich mir einen Löffel Honig. Leider bin ich nicht sehr gewissenhaft, beginne gern spontan „aus der Kalten“ und gehe zudem während des Fastens weiter voll arbeiten. Dennoch kenne ich die gesteigerte Wahrnehmung, das „In-Sich-Gekehrtsein“, die innere Ruhe und äußere Verlangsamung beim Fasten. Dies sind für mich neben der sich einstellenden Leichtigkeit beim Joggen die erwünschten Haupteffekte, DAS positive Fastenerlebnis schlechthin! Dieses Jahr fand ich die Tipps gegen die Kopfschmerzen am ersten Tag und die Infos zu den milchsauer vergorenen Säften sehr hilfreich. Die Massagen und Aroma-Einreibungen erlebe ich während des Fastens besonders intensiv.


Für mich war die Erfahrung meines ersten Fastens sehr gut (5 Tage Fasten mit Tee und Gemüsebrühe nach Buchinger). Ich hatte keinerlei Beschwerden – kein Hungergefühl, keine Fastenkrise, keine Kopfschmerzen. Dennoch würde ich das nächste Mal nicht länger als drei Tage fasten, weil es mir an die Substanz ging. Ich bin eine schlanke Frau und lebe auch sonst sehr gesund. Ich überlege auch, in Zukunft bei jedem Neumond für einen Tag zu fasten. Ansonsten habe ich mich noch lange nach dem Fasten sehr gut gefühlt. Ich habe den Eindruck, dass mein Immunsystem stärker geworden ist, so dass ich die letzte Grippewelle ohne Erkrankung überstanden habe.